EDGE Suedkreuz Berlin: Wo Holz und Beton die Zukunft formen
Oberirdisch erstreckt sich der Neubau am Berliner Südkreuz über sieben Geschosse. Um diese zu errichten, wurden in Holz-Beton-Bauweise hunderte Wandmodule mit Fenstern sowie über eintausend Deckenelemente industriell vorgefertigt. Die Module wurden just-in-time auf die Baustelle geliefert und dort nur noch montiert. Das reduzierte die Bauzeit und senkte den Aufwand für die Materiallagerung vor Ort im großen Stil.

EDGE Suedkreuz Berlin | © Rieder / Ditz Fejer
Leicht und langlebig
Das zukunftsweisende an diesem Holzhybrid-Projekt? Vorfertigung haben die Beteiligten hier nicht als Sonderlösung verstanden, sondern als neuen Standard und Erfolgshebel für ein komplexes Großprojekt. Mustergültig zeigt sich dies etwa an der Fassade. Für diese kamen Glasfaserbetonplatten der Firma Rieder zum Einsatz, die im Markt als concrete skin bekannt sind. Die nur 13 Millimeter dünnen Elemente kombinieren gestalterische Freiheit mit technischen Vorteilen.
concrete skin verleiht der Fassade eine besondere Haptik durch die natürlich wirkende Oberflächenbeschaffenheit. Die Elemente sind zudem in individuellen Formaten erhältlich, witterungsbeständig und langlebig. Ausschlaggebend für den Einsatz war darüber hinaus das geringe Gewicht. „An den Wandelementen des Holzhybridsystems kann nicht alles befestigt werden: Naturstein beispielsweise wäre viel zu schwer. Dieser würde knapp 100 Kilo pro Quadratmeter wiegen. Ein Element von Rieder ist dreimal leichter“ war entscheidend für den Einsatz im Holzhybridsystem. „Naturstein wäre für diese Konstruktion zu schwer“, sagt Architekt Sergei Tchoban.
Hinzu kommen brandschutztechnische Vorteile: Die Platten sind der Baustoffklasse A1 „nicht brennbar“ gemäß DIN 4102 zugeordnet. Auf zusätzliche brandschutztechnische Maßnahmen an der Fassade konnte daher verzichtet werden. Ein Plus ist auch die konstant hohe Qualität der Fassadenelemente und ihre einfache Verarbeitung. Die Fertigung erfolgt unter kontrollierten Bedingungen im Werk. Auf der Baustelle werden die Module nur noch eingehängt und justiert.

EDGE Suedkreuz Berlin | © Rieder / Ditz Fejer
Nachhaltig mit Maß und Struktur
Städtebaulich setzt sich das neue Gebäude-Ensemble aus einem Carré und einem kleineren Baukörper zusammen. Die Fassadenstruktur ist ruhig und rhythmisch gegliedert. Drei Farbtöne prägen das Erscheinungsbild: sahara nimmt Bezug auf das sichtbare Holz im Inneren, terracotta akzentuiert die vertikalen Pylone, silvergrey setzt Kontraste in den Laibungen. Ein großmaßstäbliches Mock-up diente dazu, Fügung, Farbwirkung und Details frühzeitig abzustimmen.
Das Projekt ist mit DGNB Platin zertifiziert. Holz und Beton ergänzen sich hier nicht nur konstruktiv, sondern auch ökologisch. Die Glasfaserbetonelemente sind langlebig, wartungsarm und recyclingfähig. Vor allem aber erfüllt Rieder in der Produktion höchste Umwelt- und Gesundheitsstandards. Die Fassadenelemente sind frei von kristallinem Siliciumdioxid und werden besonders nachhaltig gefertigt. Die Zukunft soll noch nachhaltiger werden, dafür treibt Rieder die Entwicklung weiter voran.
Fazit
EDGE Suedkreuz Berlin zeigt, wie sich nachhaltiges Bauen, industrielle Vorfertigung und architektonischer Anspruch verbinden lassen. Holz und Beton sind dabei keine Gegensätze mehr, sondern das neue Normal und Teil eines integrierten Systems, das sich als effizient, langlebig und zukunftsfähig erweisen wird.

EDGE Suedkreuz Berlin | © Rieder / Ditz Fejer
Das Projekt auf einen Blick
- Holzhybrid-Gebäude mit ca. 32.000 m² Geschossfläche
- Vorfertigung von Wand- und Deckenelementen in Holz-Beton-Bauweise
- Fassade aus 13 mm dünnen Glasfaserbetonplatten
- Das Gebäude-Ensemble ist DGNB Platin zertifiziert