Drachensteg Furth im Wald: Ein Rundweg verbindet Landschaft, Legende und Stadt
Der Entwurf verweist auf das bekannteste Kulturerbe der oberpfälzischen Stadt: den Drachenstich. Dieser gilt mit seiner 500-jährigen Tradition als ältestes Volksschauspiel Deutschlands und wurde von der deutschen UNESCO-Kommission in die Bundesliste des „Immateriellen Kulturerbes“ aufgenommen. Die geschwungene Linienführung des neu errichteten Drachenstegs greift die Legende auf und erinnert an ein Fabelwesen, das sich durch die Landschaft windet. Sogar die Materialität zahlt auf die Geschichte ein: Sorgsam vorgefertigte, rot eingefärbte Betonplatten, pigmentiert mit Eisenoxid, zitieren das mythische „Drachenblut“. In die Platten integrierte Flusskiesel schlagen eine Brücke zur Region und verleihen dem Beton eine haptische, erdige Note.

Rot eingefärbte, mit Eisenoxyd pigmentierte Betonfertigteilplatten in Terrazzo-Optik mit integrierten Flusskieseln symbolisieren das Blut des Drachen | © Hemmerlein
Beton als zentrales Gestaltungsmittel
Der Beton übernimmt im Projekt eine zentrale Rolle – nicht nur konstruktiv in Form präzise vorgefertigter Bauteile, sondern auch atmosphärisch. Platten in Terrazzo-Optik führen über Brücken, Terrassen und Uferbereiche. Gesäuerte Stufen sorgen für Rutschfestigkeit und ein mattes Oberflächenbild. Die Materialwahl unterstützt die Idee und Umsetzung eines durchgehenden, robusten Weges, der Witterung und intensiver Nutzung standhält.

Ufer-Treppenanlage am Tagungszentrum | © Hemmerlein
Was für Besucherinnen und Besucher wie ein nahtlos fließender Rundweg wirkt, war in der Umsetzung anspruchsvoll. Unterschiedliche Untergründe machten drei Gründungsarten notwendig: Pfahlgründungen unter Brückenfeldern, Brunnenfundamente in Stegbereichen und Zahnbalkenfundamente unter der Stufenanlage. Übergangsfundamente verbinden die Systeme und verhindern Setzungsunterschiede. Genauigkeit war entscheidend – Radien und Gefällewechsel beeinflussten sowohl die Planung als auch die Produktion der vorgefertigten Betonbauteile maßgeblich. Verantwortlicher Partner dafür war die Firma Hemmerlein Ingenieurbau aus Bodenwöhr in der Oberpfalz.
Ein Erlebnisweg für alle
Der Drachensteg verbindet die Flusslandschaften von Kalter Pastritz und Chamb mit der historischen Altstadt und ermöglicht den Menschen einen ganz neuen Zugang zum Wasser. Eine großzügige Ufertreppe bildet den Auftakt, zwei Rampen schaffen barrierefreie Alternativen. So können alle Nutzergruppen die Terrassen und Aussichtspunkte entlang des Weges nutzen. Die sorgsam und präzise im Werk vorgefertigten Betonbauteile überzeugen unterwegs mit ästhetisch anspruchsvollen Oberflächen, die bei jeder Witterung tritt- und temperaturstabil bleiben.

Der aus 480 Betonplatten und Stufenelementen mit regionalen Rohstoffen gebaute Drachensteg – eine lebendige Brücke zwischen Grünflächen, Fluss und Stadt | © planorama
Ein weiteres prägendes Element ist das Geländer. Sichelförmige, rot lackierte Stahllamellen ziehen sich entlang des Rundwegs. Sie greifen die Idee einer schuppenartigen Drachenhaut auf und setzen einen deutlichen visuellen Akzent, der wie ein Kontrapunkt zur ruhigen Wald- und Wasserlandschaft wirkt. Damit ist der Drachensteg selbst zu einer ikonischen Landmarke der Landesgartenschau 2025 geworden.
Zwischen Natur und Stadt
Der Rundweg zeigt, wie Gestaltung, Material und Legende zusammenwirken können. Beton bildet das verbindende Element zwischen Landschaft und urbanem Kontext. Flusskiesel, Farbkonzept und präzise Fertigung verleihen dem Projekt eine eigene Identität, die regional verankert und zugleich zeitgemäß ist. Der Drachensteg ist damit nicht nur ein funktionales Bauwerk, sondern ein neues Stück Stadtlandschaft, das Menschen anzieht und verbindet.

Die roten, sichelförmigen Stahllamellen des Geländers – eine Hommage an die schuppige Drachenhaut | © Hemmerlein
Mit vorgefertigten Betonbauteilen realisiert:
- Farbige, mit Eisenoxid pigmentierte Betonplatten in Terrazzo-Optik
- Integration regionaler Flusskiesel in die Platten
- Vorgefertigte Stufenelemente mit gesäuerter, rutschfester Oberfläche
- Hochpräzise Fertigteilelemente für geschwungene Geometrien
- Passgenaue Übergangsfundamente zwischen unterschiedlichen Gründungssystemen
- Hohe Maßgenauigkeit für schnelle Montage und exakte Einpassung entlang von Radien und Gefällewechseln
- Robuste Oberflächenqualität für dauerhaft hohe Beanspruchung im Außenraum
Autorin | Ansprechpartnerin:
Diana Krüger Dipl.-Ing.(FH)
E-Mail: betonbauteile@biv.bayern