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Betonrohre

Langlebige Lösungen für Entwässerung und Infrastruktur

Betonrohre als Betonfertigteile sind eine bewährte, leistungsstarke und nachhaltige Lösung für viele Anwendungen im Tief- und Infrastrukturbau. Die Kombination aus hoher mechanischer Belastbarkeit, langer Lebensdauer und ökologischer Verträglichkeit macht sie auch in Zeiten moderner Kunststoffwerkstoffe zu einer ersten Wahl – besonders dort, wo es auf Robustheit und Langlebigkeit ankommt.

Was sind Betonrohre und wie werden sie hergestellt?

Haba Beton Rohre | @ BIV

Betonrohre sind rohrförmige Bauteile aus Beton oder Stahlbeton, die vorwiegend im Tief- und Kanalbau eingesetzt werden. Sie dienen der Ableitung von Abwasser, Regenwasser und Drainagewasser, als Durchlässe unter Verkehrswegen sowie zur Fassung von Quellen und Grundwasser. Als Betonfertigteile werden sie nicht auf der Baustelle gefertigt, sondern unter industriellen Bedingungen im Werk produziert und fertig zur Montage angeliefert.

Die Herstellung erfolgt je nach Anforderung nach unterschiedlichen Verfahren: Beim Schleuderverfahren verdichtet sich der Beton durch Zentrifugalkraft in einer rotierenden Form zu einer glatten, dichten Innenwandung; beim Vibrationsverfahren pressen Innenrüttler und Außenschalung den Beton in die gewünschte Form, ideal für große Nennweiten und wirtschaftliche Massenproduktion. Je nach Belastungsanforderung werden die Rohre unbewehrt oder mit einem eingebetteten Stahlkorb armiert gefertigt, der hohe Erdüberdeckungen und Verkehrslasten sicher aufnimmt.

Vorteile von Betonrohren gegenüber anderen Materialien

Haba Beton Rohre | @ BIV

Im Vergleich zu Rohren aus anderen Materialien bieten Betonfertigteile Rohre eine Reihe spezifischer Vorteile:

  • Langlebigkeit: Betonrohre erreichen Nutzungsdauern von 100 Jahren und mehr. Sie sind resistent gegenüber UV-Strahlung, Temperaturwechseln und mechanischer Belastung.
  • Statische Tragfähigkeit: Durch ihre Masse und Festigkeit sind Betonrohre in der Lage, hohe Erdlasten und Verkehrsbelastungen aufzunehmen, ohne sich zu verformen.
  • Chemische Beständigkeit: Speziell behandelte oder mit Zusatzmitteln versehene Betonrohre (z. B. mit Sulfattresistenz) widerstehen aggressiven Böden und Medien.
  • Nachhaltigkeit: Betonrohre bestehen überwiegend aus regionalen, natürlichen Rohstoffen und können am Ende ihrer Nutzungsdauer recycelt werden.Um die nachhaltigste Entscheidung bei der Werkstoffauswahl zu treffen, die FBS Klima-Räder für „Werkstoffe im Kanalbau“ und „Regenwasserspeicher“ entwickelt. Sie basieren auf den Ergebnissen eines Berechnungstools der RPTU Kaiserslautern-Landau (www.klima-rechner.de) und ermöglichen Planern und Netzbetreibern, die CO2-Bilanz verschiedener Kanalwerkstoffe auf einen Blick miteinander zu vergleichen. https://fbs-beton.de/klima-rad/
  • Wirtschaftlichkeit: Betonrohre amortisieren sich durch ihre Langlebigkeit und den geringen Wartungsaufwand langfristig.
  • Formstabilität und Druckfestigkeit: Betonrohre verformen sich nicht, weder unter hohem Erddruck, noch bei steigendem Grundwasser oder schweren Verkehrslasten. Dadurch ist es auch möglich, diese im Laufe ihrer Lebens- und Nutzungsdauer bei Bedarf zu reparieren oder zu renovieren.

Betonrohre als Fertigteile: Welche Typen und Normen gibt es?

Haba Beton Rohre | @ BIV

Die Vielfalt an Betonrohren ist groß. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen:

  • Unbewehrten Betonrohren: Sie eignen sich für geringere Belastungen und werden häufig in der Drainage oder für Regenwasserkanäle eingesetzt. Ihre Tragfähigkeit ist begrenzt, dafür sind sie günstiger in der Herstellung.
  • Stahlbetonrohren: Durch die Einbettung von Stahlkörben oder Stahlmatten erhalten diese Rohre eine deutlich höhere Biegezug- und Druckfestigkeit. Sie kommen in tiefer liegenden oder stark belasteten Bereichen zum Einsatz, etwa unter Straßen oder in Industrieanlagen.
  • Spannbetonrohren: Bei besonders hohen Druckanforderungen, zum Beispiel bei Druckwasserleitungen, werden Spanndrähte verwendet, die den Beton dauerhaft unter Druckspannung halten und so eine höhere Belastungskapazität ermöglichen.

Darüber hinaus werden zwei Arten der Verlegung unterschieden:

  • Betonrohre für den offenen Einbau: Der Einbau von Betonrohren erfolgt nach den Anforderungen der DIN EN 1610 für den Einbau im offenen Rohrgraben. Zunächst wird ein Graben ausgehoben und gegen Abrutschen gesichert. Anschließend entsteht ein flaches Sand- oder Kiesbett, auf dem die Rohre verbunden und waagerecht ausgerichtet werden. Abschließend wird der Graben schichtweise verfüllt und der Boden sorgfältig verdichtet. Die Beweglichkeit der Entwässerungssysteme wird durch den Einbau flexibler Verbindungen erreicht, die damit Setzungen und andere Bodenbewegungen aufnehmen können. Einstiegs- oder Inspektionsschächte sowie Bauwerke werden gelenkig angeschlossen. Damit wird gewährleistet, dass alle zusätzlichen Beanspruchungen durch z. B. ungleichmäßiges Setzen vermieden werden.
  • Betonrohre für den geschlossenen Einbau: Die unterirdische Bauweise bietet viele wirtschaftliche, umweltrelevante und sozialr Vorteile. Einsatzmöglichkeiten sind:
    • Erschließung von Neubaugebieten
    • Erneuerung von Bestand
    • Hausanschlüsse
    • Unterquerung von Straßen/Autobahnen, Bahnanlagen, Gewässern
    • Unterquerung von Baudenkmälern, Gebäudeanlagen
    • Querung von Wassergewinnungsgebieten

Die geschlossene Bauweise folgt dem Prinzip Maulwurf: Unten wird gearbeitet – oben sieht man nichts. Die Vorteile sind vielfältig: Während unter der Erdoberfläche Betonvortriebsrohre für die Abwasserentsorgung eingebaut werden, geht oben das Leben nahezu ungestört weiter. Abgesehen von Start- und Zielbaugruben – gibt es an der Oberfläche entlang der Einbaustrecke keine nennenswerten Einschränkungen. So bleiben z. B. Verkehrswege von Staus, Geschäfte von Umsatzrückgängen und Städte von Großbaustellen verschont. Lärm und Schmutz werden weitgehend vermieden, CO2-Emissionen und Feinstaub deutlich minimiert, Straßen nicht aufgerissen, Flora und Fauna geschützt. Kurz: Wirtschaftliche Einbußen und Umweltbelastungen sind im Vergleich zur offenen Bauweise auf ein Mindestmaß reduziert.
Gängige Vortriebstechnologien sind:
– Für den Neubau: Pilotrohrvortrieb mit Bodenverdrängung oder Bodenentnahme, Mikrotunnelbau mit Schnecken- oder Spülförderung, Bemannter Rohrvortrieb.
– Für die Erneuerung eignen sich das Pipe-Eating-Verfahren oder auch das Berstlining.

Vortriebrohre aus Betonfertigteilen sind durch ihre Steifigkeit und Druckfestigkeit für den Einsatz der geschlossenen Bauweise hervorragend geeignet.

In Deutschland regeln die DIN-Normen (insbesondere DIN EN 1916 und DIN V 1201) die Anforderungen an Betonrohre und Formstücke für Abwasserleitungen. Diese Normen definieren Festigkeitsklassen, Prüfverfahren und Maßtoleranzen, die sicherstellen, dass die Rohre für den vorgesehenen Einsatzzweck geeignet sind.

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Einsatzbereiche: Wo werden Betonrohre verwendet?

Haba Beton Rohre | @ BIV

Betonrohre als Fertigteile finden in zahlreichen Bereichen des Bauwesens Anwendung:

  • Kanalisation und Abwasserentsorgung: Der wohl klassischste Einsatzbereich. Betonrohre bilden das Rückgrat kommunaler Abwassersysteme. Sie leiten Schmutzwasser, Regenwasser und Mischwasser sicher ab und sind dabei chemisch beständig gegenüber vielen im Abwasser enthaltenen Stoffen.
  • Straßen- und Tiefbau: Unterhalb von Fahrbahnen, Bahntrassen und befestigten Flächen übernehmen Betonrohre die Regenwasserableitung und sichern die Entwässerung des Unterbaus.
  • Landwirtschaft: Drainagerohre aus Beton regulieren den Wasserhaushalt in landwirtschaftlichen Flächen und verhindern Staunässe.
  • Industrielle Anwendungen: In der Industrie werden Betonrohre für die Ableitung von Prozesswässern, in Kühlsystemen oder zur Führung von Kabeln und Leitungen eingesetzt.
  • Hochwasserschutz und Rückhaltebecken: Große Stahlbetonrohre werden in Retentionsbauwerken, Durchlässen und Hochwasserschutzanlagen verbaut.

Die Vielseitigkeit des Werkstoffs Beton und die flexible Anpassung von Geometrie und Bewehrung machen Betonrohre zur bevorzugten Wahl in vielen dieser Anwendungsfälle.

Warum Betonrohre eine nachhaltige Wahl im Tiefbau sind

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Beton gilt als einer der nachhaltigsten Baustoffe überhaupt – vorausgesetzt, er wird richtig eingesetzt. Betonrohre haben eine nachgewiesene Nutzungsdauer von 100 Jahren und mehr, ohne dass wesentliche Instandhaltungsmaßnahmen erforderlich sind. Sie sind chemisch beständig gegenüber den meisten im Abwasserbereich vorkommenden Stoffen und können durch den Einsatz von Sulfattresistentbeton oder Innenauskleidungen auch unter aggressiven Bedingungen eingesetzt werden.

Da Beton zu großen Teilen aus regional verfügbaren Rohstoffen besteht und am Ende seiner Nutzungsdauer vollständig recycelbar ist, schneidet er in Ökobilanzen gut ab. Hinzu kommt, dass keine aufwendigen Beschichtungs- oder Korrosionsschutzmaßnahmen erforderlich sind. Die hohe thermische Masse des Betons sorgt außerdem dafür, dass Temperaturschwankungen im Boden kaum Auswirkungen auf die Rohrdimension haben, ein klarer Vorteil auch beim Einsatz von Wärmetauschern im Kanal zur Gewinnung von Wärme aus dem Abwasser.

Betonrohre fachgerecht planen und verlegen

Haba Beton Rohre | @ BIV

Die Verlegung von Betonrohren ist eine anspruchsvolle Bauaufgabe: Rohrtyp, Nennweite, Bettung und Verbindungstechnik müssen exakt auf die jeweiligen Anforderungen abgestimmt sein, damit Tragfähigkeit, Dichtheit und Langlebigkeit der Anlage dauerhaft gewährleistet sind.

Wir verbinden Sie mit erfahrenen Herstellern und Fachbetrieben, die auf Betonrohrsysteme spezialisiert sind und sowohl bei der Produktauswahl als auch bei der fachgerechten Ausführung kompetent beraten. So stellen Sie sicher, dass Ihr Vorhaben, ob Kanalisation, Drainage oder Verkehrsdurchlass, von Anfang an professionell umgesetzt wird.

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